Was ist Bridge?

Bridge ist vielseitig
ÖBV


So wie etwa Agatha Christie Bridge-Runden beschreibt, stellen sich viele „Uneingeweihte” den Bridgespieler vor: reich, dekadent und möglichst auch noch adelig. Aber dieses Klischee hat mit dem modernen Bridge ungefähr so viel zu tun wie ein Oldtimer-Rennen mit der Formel 1. Wer Schach zu langatmig und einsam findet und sich bei anderen Kartenspielen zu wenig gefordert fühlt, weil sein Verstand jederzeit von „schlechten Karten” besiegt werden kann, für den ist Turnier-Bridge genau das Richtige.

Bridge ist Sport

•  So sagte es der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Juan Antonio Samaranch in seiner Begrüßungsrede anlässlich des ersten IOC Grand Prix im Olympischen Museum von Lausanne im September 1998, zu dem die besten 6 Bridge-Teams der Welt aus Brasilien, Frankreich, Italien, Polen, USA und China geladen worden waren

•  Beim Turnierbridge sind Zufall und Kartenglück ausgeschaltet. Alle Spieler verwenden die gleichen Karten, es kommt nicht auf das erreichte Ergebnis an sich an, sondern vielmehr auf das in der Relation zu den anderen Resultaten erzielte Ergebnis. Für die Platzierung ist einzig entscheidend, was man aus seinen Karten verglichen zum Rest des Feldes macht.

•  Es gibt keine guten oder schlechten Karten! So ist das Denkspiel Bridge geradezu dazu prädestiniert, auch als Leistungssport betrieben zu werden. Auf diesen Niveau stellt Bridge hohe Anforderungen an die Konzentration und an die strategischen Fähigkeiten.

Bridge ist Psychologie

•  Neben den logisch-kombinatorischen Aspekten ist im Bridge die Psychologie ein ganz entscheidender Faktor. Zu erfolgreichem Bridgespiel ist das Taxieren des Gegners, seiner Handlungen und die Analyse seiner Spielsituation unerlässlich. Man muss sich viele Situationen wie in einem guten Detektivroman vorstellen: da man keine sicheren Beweise für die "Kartenhaltung" seiner Gegner hat, die Karten sind ja verdeckt, muss man sich anhand von Indizien ein Bild von der Realität konstruieren.

So ist es auch mit kleinen psychologischen Tricks machbar, den Gegner in die Irre zu führen. Gerade dieser Teilaspekt macht Bridge so unverwechselbar und lässt den einmal in den Bann Gezogenen so leicht nicht mehr los.